Ein Rückblick von Gründungsmitglied und langjährigem Vorstandsmitglied Dieter Zimmermann anlässlich des Festes zum 40-jährigen Jubiläums am Samstag, dem 22. Juni 2019, an der Grillhütte Brandoberndorf.
Bevor es überhaupt einen offiziellen Verein gab, war der Wintersport fester Bestandteil des Lebens in Brandoberndorf. Ob Rodeln in der Schnurgasse und am Gaulenberg, Schlittschuhlaufen auf „Tommies Wiese“ oder erste alpine Skiversuche an der Wiedemühl – jede Möglichkeit wurde genutzt. Inspiriert durch Fahrten zum Feldberg und organisierte Reisen wuchs die Zahl der Skifahrer in Waldsolms stetig.
Der legendäre Winter 1978/79 brachte schließlich den Stein ins Rollen. Als “Macher” ergriffen die „Presskopp Singers“ die Initiative und organisierten mit privaten Bussen einen Shuttle-Service von der Hasselborner Straße zum Jagdhaus Horridoh, um die dortige Piste zu erschließen.
Diesen ehrenamtlichen Ski-Busfahrern sind wir heute noch dankbar:
Bei gegrillten Würstchen und heißem Apfelwein wurde im Februar 1979 die erste Waldsolmser Skimeisterschaft (alpin und nordisch) mit vielen Startern ausgetragen.
Getragen von dieser Euphorie trafen sich am 20. März 1979 zahlreiche Skisportfreunde im Gasthaus Deutsches Haus in Brandoberndorf (Ernschde) zur offiziellen Vereinsgründung. 10 Personen trugen sich namentlich in das Gründungsprotokoll ein:
Der allererste Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:
Inmitten des Vorstands fanden sich auch die drei guten Freunde Günter („Gündi“), Klaus („Goofy“) und Dieter („Mümmel“) wieder.
Die erstellte Satzung wurde von Gertraud Lehmann, der Tante unseres 1. Vorsitzenden Günter Maurer, mit der Schreibmaschine zu Papier gebracht, um den Eintrag ins Vereinsregister beim Amtsgericht Wetzlar und die Gemeinnützigkeit zu beantragen.
Um auch im Winter fit zu sein, wurde eine ganzjährige Skigymnastik ins Leben gerufen. Nach hartnäckigen Verhandlungen sicherten wir uns eine Hallenzeit am Mittwochabend ab 19:00 Uhr – gefolgt vom obligatorischen und legendären „Après-Gym“ in Ernschde. Erster Übungsleiter war Gundolf Duvier, gefolgt von Eberhard Emrich.
Wenn in Waldsolms nicht genug Schnee lag, machten sich die Skifahrer am Wochenende mit Bus und Privatauto auf den Weg nach Züschen im Sauerland oder in die Rhön.
Schon bald weitete sich das Interesse aus: Unter der Regie von Friedel Ernst wurde der Verein zum Ski- und Wassersport Club Waldsolms erweitert. Es wurden Kurse gemacht und ein Surfbrett vom Verein angeschafft. Die Mitglieder zog es zum Surfen an die Krombachtalsperre, zum Ijsselmeer nach Holland, ans Mittelmeer, aber der Schwerpunkt war Sylt.
Gleichzeitig bewies der Verein echtes Organisationstalent beim Bau der eigenen Infrastruktur:
Der Ski-Club Waldsolms stand und steht für unvergessliche Gemeinschaftserlebnisse.
In der Vereinssatzung steht es dick und fett geschrieben: Der Sinn und Zweck sind auch „die Pflege der Geselligkeit“. Und das wurde gelebt! Ob der traditionelle Steckenmarsch am 3. Weihnachtsfeiertag, das legendäre Grillfest in Kröffelbach mit Tauziehen über den Mühlbach, der Tanz in den Mai im Deutschen Haus mit Spanferkel oder das berühmt-berüchtigte Aufnahmeritual, bei dem ein Schnaps aus einem Alpinski mit Spurrille getrunken werden musste.
Auch die Meilensteine wurden gebührend gefeiert, wie das rauschende 10-jährige Jubiläum 1989 in der dekorierten Turnhalle mit Mattenskispringern auf dem Schulhof oder der unvergessliche Festzug beim TuS-Jubiläum 1984, bei dem sich alle Abteilungen spektakulär präsentierten.
Für den nötigen Humor im Hintergrund sorgte über Jahre die Vereinszeitung „Insider“, verfasst von Dieter „Mümmel“ Zimmermann, die mit glänzend formulierten Texten und kleinen Spitzen das Vereinsleben begleitete.
Nach 40 Jahren Ski-Club Waldsolms sind die Gründerväter und „Macher“ der ersten Stunde zwar im Rentenalter angekommen, stehen dem Verein aber nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite.
Die Chronik schließt mit einem Appell an die kommenden Generationen, das Vereinsleben aktiv zu gestalten, junge Familien zu begeistern, und vor allem eines niemals zu vergessen: Die Pflege der Geselligkeit!
Auf die nächsten Jahre – ein dreifaches Ski Heil!